Ungesundes Licht – Die Energiesparlampe

Info: Dieser Artikel stammt aus dem Jahr 2012 und wurde aus meinem früheren Blog hier her kopiert.

In diesem Artikel möchte ich versuchen, die Probleme rund um die moderne Beleuchtungstechnik zu beschreiben. Ich möchte buchstäblich Licht ins dunkel bringen für diejenigen, die mit dem kauf von Leuchtmitteln heutzutage überfordert sind. “Früher war alles besser”, könnte man auch hier über die Leuchtmittel sagen. Was früher klar und eindeutig war, wie zum Beispiel “Glühlampe mit 80 Watt”, ist heute schwer geworden. Die 80 Watt Glühlampe kann man nicht mehr kaufen, und die neuen Leuchtmittel verwirren mit seltsamen Angaben und sie sehen seltsam aus. Was soll man kaufen, was besser nicht, und vor allem, Warum!

Hinweis: Wer zunächst einige Grundlagen zur Wahrnehmung von Licht kennenlernen möchte, sollte sich meinen Artikel zum Thema “Warum Farbe nicht gleich Farbe ist” durchlesen. Aber Achtung, dieser Artikel ist ebenfalls recht lang.

Das Licht, ein Mysterium?

Licht, ein magisches Medium, dass uns Tagtäglich umgibt. Der Mensch, die Tiere, die Pflanzen, nahezu alle brauchen das Licht zum Überleben. Das Licht der Sonne ist uns so vertraut, wie wir uns selbst. Oder doch nicht?

Physikalisch betrachtet ist Licht ein Teil des elektromagnetischen Spektrums. Doch neben der grauen Theorie ist Licht etwas, dass für uns im Alltag auf vielfältige Weise präsent ist, uns ständig begleitet und vor allem, sich ständig verändert. Tageslicht und Kunstlicht, das Licht der aufgehenden, der mittags- oder der Abendsonne. Das warme Licht im Herbst, oder das wärmende Licht im Sommer. Licht ist allgegenwärtig, doch verändert es sich ständig. Das durch ein Fenster fallende Licht sagt uns bereits, ob es ein schöner Sommertag, ein bewölkter oder ein regnerischer Tag ist. Alleine das Licht teilt uns mit, wie das Wetter ist, ohne, dass wir wirklich aus dem Fenster sehen müssen. Licht ist also auch ein Informationsträger, den wir im Alltag ganz selbstverständlich nutzen.

Unser Körper wird weit stärker vom Licht beeinflusst, als wir dies wahrnehmen. Unser innere Uhr wird durch das Tageslicht ständig neu geeicht. Die Gehirnforschung, vor allem aber auch die Chronobiologie, zeigen uns heute, wie stark der Einfluss des gesehenen und des auf die Haut treffenden Lichtes ist. Ohne Sonnenlicht, verstellt sich unser gesamter innerer Rhythmus, wir leiden unter Schlafstörungen oder leiden unter anderen, nicht immer greifbaren Symptomen. Lange Zeit gab es dafür keine wissenschaftlichen Beweise, doch in den letzten Jahren gibt es immer eindeutigere und reproduzierbare Ergebnisse auf dem Bereich der Licht-Forschung.

Früher gab es kaum Probleme, denn wir Menschen lebten nach dem Tagesablauf, nutzen neben Kerzen und Fackeln noch kein künstliches Licht. Dann, mit der Erfindung der Glühlampe, brach das Zeitalter des Kunstlichtes an und wir begannen, nicht mehr nach dem Tag, sondern nach wirtschaftlichen und Uhr-Gesteuerten Abläufen zu leben. Seit den 1950er Jahren ist die Verbreitung von Leuchtstofflampen in unserem Alltag stark gewachsen. Leuchtstofflampen erzeugen jedoch ein anderes Licht, als es eine gewöhnliche Glühlampe mit Glühfaden erzeugt. Anfang der 1980er Jahre gibt es Leuchtstofflampen auch in kompakter Bauform, welche meist als Energiesparlampen bezeichnet werden. Diese erzeugen ebenfalls kein Licht, wie wir es von einer Glühlampe her kennen. Seit der Jahrtausendwende werden auch die LED-Leuchtmittel zunehmend beliebter. Inzwischen bieten praktisch alle Leuchtmittelhersteller LED-Leuchtmittel in zahlreichen Bauformen an, so dass man praktisch jede Leuchte auch mit einer modernen LED-Lampe bestücken kann.

Die Spar-Falle

Seit 2009 gilt in der EU eine gesetzliche Regelung, die dafür sorgt, dass klassische Glühlampen stufenweise aus dem Verkehr gezogen werden. Das Schicksal, was zunächst die 100 Watt Glühlampe traf, hat inzwischen auch die Glühlampen mit niedrigeren Leitungen erreicht. Wir sind also gezwungen, defekte Glühlampen durch Energiesparlampen zu ersetzen. Der Hintergrund dieser Regelung ist die Einsparung des “Klimakillers” CO2, denn eine gewöhnliche Glühlampe produziert nur etwa 3% Licht und 97% Wärme, was zu einem hohen Stromverbrauch führt. Die EU ging in ihrer Entscheidung davon aus, dass durch Stromeinsparungen in der Beleuchtung, eine deutliche Reduktion des Energiebedarfs erreicht würde. Somit müssten Kraftwerke weniger Strom erzeugen und würden somit weniger CO2 verursachen. Dies wäre gut für die Umwelt und zudem sollte ein geringerer Stromverbrauch auch den Geldbeutel der Bürger schonen. Leider – wie so oft – ist dies eine fatale Fehleinschätzung. Auch die Werbung verspricht uns hier, dass wir mit einer Energiesparlampe die Eisbären vor dem ertrinken retten können.

Ohne hier zu sehr ausschweifend zu werden, möchte ich das Problem der EU-Verordnung nur kurz anreißen, um zu verdeutlichen, warum die Dinge nicht so sind, wie sie sollten. Dies werde ich der Einfachheit und zur besseren Übersicht in kurzen Stichpunkten aufzählen:

  • Die Energiesparlampe benötigt bei der Herstellung deutlich mehr Energie, als eine klassische Glühlampe. Somit wird hier mehr CO2 produziert
  • Eine Glühlampe besteht aus einfachen und gut recycelbaren Materialien (Glas und Metall), während eine Energiesparlampe aus schwer trennbaren und zum Teil giftigen Materielien besteht (Kunststoff, Glas, Leuchtmittel, Quecksilber, zahlreiche Metallverbindungen). Energiesparlampen sind Sondermüll und dürfen nicht in die Hausmülltonne!
  • Etwa 70% aller Energiesparlampen in Europa (Stand 2011) werden derzeit nicht recycled.
  • Die EU hält den Anteil an Quecksilber für keine zusätzliche Umweltbelastung, da dies angeblich durch geringere Emissionen der Kohle-Kraftwerke (Kohle enthält ebenfalls geringe Mengen Quecksilber) ausgeglichen würde. Die in Deutschland verbrannte Kohle enthält jedoch nur sehr geringe Mengen Quecksilber, während die EU sich auf Messwerte amerikanischer Kohle, die deutlich stärker belastet ist, stützt.
  • Eingesparte Energie durch Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) zeigt sich in einer geringeren Wärmeentwicklung. Diese Wärme muss im Winter jedoch über die Heizanlage zusätzlich dem Raum zugeführt werden, was erneut zusätzlich CO2 erzeugt.
  • Da es seit 2005 in Deutschland in Kraft befindliche Treibhaus-Emissionshandelsgesetz (dies soll den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 begrenzen), führt dazu, dass sogenannte Emissionszertifikate von der Industrie gekauft werden müssen, aber auch weiterverkauft werden können. Spart ein Kraftwark CO2 ein, so verkauft es die übrigen Zertifikate an einen Industrieträger, der dann wiederum die eingesparte Menge CO2 erzeugen darf. Somit hat man unterm Strich also nichts gespart.
  • Unabhängig vom CO2 und Leitungswerten, stellt das freiwerden des Quecksilbers in Wohnräumen bei beschädigten Energiesparlampen ein hohes gesundheitliches Risiko dar.
  • Die angegebene Lebenserwartung von Energiesparlampen wird selten erreicht, oft liegen sie in der Praxis sogar unter der einer normalen Glühlampe (Abhängig von Schaltzyklen und Leuchtdauer)

Dies sind die wichtigsten Punkte die zeigen sollen, dass die EU-Verordnung zwar im Grundansatz vernünftig erscheinen, aber in der Umsetzung und der Realität mehr negative als positive Effekte hat. Man könnte es als Desaster bezeichnen, denn gewonnen hat weder die Umwelt, noch der Mensch etwas. Wir produzieren zusätzlichen Sondermüll und müssen für die neuen Leuchtmittel zudem sehr viel mehr Geld bezahlen. Eine Energiesparlampe kostet im Schnitt das 10 bis 20-fache einer gewöhnlichen Glühlampe. Natürlich werden Stromkosten eingespart, denn eine Energiesparlampe benötigt nur 20-30% des Stroms einer Glühlampe, bei “gleichem” Licht. Doch weniger Stromabnahme bei den Stromanbietern führt auch zu höheren Strompreisen. Zudem steigen durch die geringere Wärmeabgabe der Leuchtmittel auch (zugegeben, nur gering) die Heizkosten.

Was wir also an der einen Seite einsparen, müssen wir an einer anderen Stelle investieren. Bei der Raumbeleuchtung ist es also ein geben und nehmen, und die Stromeinsparung wirkt sich auf unseren Geldbeutel leider nicht all zu positiv aus. Doch es gibt noch ein ganz anderes Problem, und dieses Problem versteckt sich ganz geschickt hinter physikalischen Zusammenhängen und biologischen Begebenheiten.

Hinters Licht geführt

Das Sonnenlicht beinhaltet alle Farbanteile, die wir als Lebewesen benötigen. Das Leben auf diesem Planeten hat sich über eine sehr lange Zeit mit diesem Licht entwickelt und somit sind all unsere biologischen Abläufe darauf abgestimmt. Die Farben des Sonnenlichtes (physikalisch spricht man vom Spektrum des Sonnenlichtes), haben eine durch die Sonne und unsere Atmosphäre gegebene Verteilung der verschiedenen Lichtfarben (Spektralfarben). Die folgende Grafik zeigt, welche Lichtfarbe in welcher Intensität im Normalfall auf uns wirkt.

Spektralverteilung des Sonnenlichtes im sichtbaren Bereich

Spektralverteilung des Lichtes unserer Sonne.

Das Sonnenlicht beinhaltet durchgängig alle Farben des sichtbaren Lichtes, sowie Infrarot und UV-Strahlung. Unser Auge ist darauf abgestimmt, diese Farben wahrnehmen und verarbeiten zu können. Eine Glühlampe erzeugt Licht auf eine natürliche Weise (heißer Glühfaden) und erzeugt ebenfalls Licht des gesamten sichtbaren Spektrums, wenn auch in einer anderen Verteilung. Bei einer Glühlampe dominieren die roten Farbanteile, daher wirkt das Licht einer Glühlampe auf uns angenehm warm. Das Licht einer Kerze, einer Fackel oder eines Lagerfeuers erzeugt ein nahezu gleiches Licht, wie das einer Glühlampe mit Glühfaden. Auch eine Halogenlampe leuchtet mit einer vergleichbaren Lichtcharakteristik. Licht von Glühlampen kann unser Auge und unser Körper also recht gut verarbeiten. Doch was ist mit einer Leuchtstofflampe?

Leuchtstofflampen – und somit auch Energiesparlampen – basieren auf einem vollkommen anderen Prinzip der Lichterzeugung, als eine Glühlampe. Das Licht wird hier von einem Leuchtstoff auf der Innenseite eines Glasrohres der Leuchtstofflampe erzeugt. Dieser Leuchtstoff emittiert Licht verschiedener Wellenlängenbereiche, also verschiedener Spektralfarben. Leider ist der Leuchtstoff gewöhnlicher Leuchtstofflampen nicht in der Lage, das Spektrum des gesamten Sonnenlichtes in der gleichen Weise abzugeben, wie es die Sonne selbst oder eine Glühlampe kann. Leuchtstofflampen leuchten daher nur in schmalen Bändern des Spektralbereiches, wie man auf der folgenden Abbildung gut erkennen kann.

Spektralverteilung einer preiswerten Leuchstofflame im Vergleich zum Sonnenspektrum

Eine preiswerte Standard-Leuchtstofflampe besitzt nur einige Auszüge aus dem gesamten Lichtspektrum

Je nach Hersteller und Bauert, ist die Verteilung der Farbanteile unterschiedlich stark ausgeprägt. Allen Standard-Leuchtstofflampen ist jedoch gemein, dass sie nicht in der Lage sind, eine über das gesamte Spektrum gleichmäßige Verteilung des Lichtes zu erzeugen. Die Hersteller nutzen hier die Tatsache aus, dass unser Auge sich austricksen lässt. Das menschliche Auge kann im Normalfall nicht unmittelbar erkennen, ob weißes Licht durch das gesamte Spektrum, oder nur durch eine geschickte Mischung der Grundfarben Rot, Grün und Blau erzeugt wird. Dennoch macht dies einen großen Unterschied. Biologisch betrachtet, ist das Licht einer Leuchtstofflampe für uns irritierend, da ihm essenzielle Bestandteile fehlen. Bei vielen Leuchtstofflampen findet sich ein hoher Anteil an blauem Licht (das oben gezeigte Spektral-Diagramm zeigt eher eine Warmtonlampe mit geringem Blauanteil). Der blaue Lichtanteil kann – vor allem in den Abendstunden – unseren Körper zwingen, die Stoffwechselprozesse länger aufrecht zu erhalten. Dies schadet unserer gesamten Erholungsphase, vor allem im Schlaf. Auch dies ist inzwischen wissenschaftlich belegt.

Ein weiteres Problem mit der unausgeglichenen Spektralverteilung ist, dass viele Gegenstände, die wir eigentlich gut sehen möchten, nur unzureichend reflektieren. Denn, nur was das Licht auch reflektiert, können wir sehen. Ein Gegenstand, der in einer Farbe lackiert ist, die nicht im Lichtspektrum der verwendeten Lichtquelle enthalten ist, erscheint theoretisch schwarz. In der Realität bedeutet dies, dass einige farbige Gegenstände dunkler wirken können, als üblich. Zudem können sie auch andersfarbig aussehen, als bei Tageslicht (Wer dazu mehr wissen möchte, empfehle ich hier nochmals meinen Artikel über Licht und Wahrnehmung “Warum Farbe nicht gleich Farbe ist“). Insgesamt führt dies zu dem unangenehmen Effekt, dass zwar die wahrgenommene Helligkeit des Leuchtstofflampenlichtes ausreichend erscheint, wir jedoch in unserer Wahrnehmung stark beeinträchtigt sind. Zudem wirkt dieses schmalbandige Licht negativ auf unseren Stoffwechsel und letztendlich negativ auf unseren gesamten Körper. Bereits seit Jahrzehnten untersuchen Mediziner die Auswirkungen solcher Kunstlichtquellen und stellen inzwischen fest, dass viele Krankheiten, Ermüdungserscheinungen und erhöhte Stresspegel, auf schlechtes Kunstlicht zurückzuführen sind.

Im Alter wirds schlechter

Ältere Menschen leiden häufig unter einer Trübung der Linsen ihrer Augen. Diese Trübung verursacht einen Filtereffekt des einfallenden Lichtes. Blaue Lichtanteile werden stark herausgefiltert, wohingegen grüne und rote Farbanteile nur gering abgeschwächt werden. Bei einer klassischen Glühlampe sind Prinzipbedingt nur geringe Blau-Anteile vorhanden. Das sichtbare Licht strahlt hauptsächlich in den Bereichen, die bei den betroffenen Menschen noch gut wahrgenommen werden können. Energiesparlampen hingegen nutzen einen hohen Anteil an blauem Licht, um die Lampe hell und weiß wirken zu lassen. Was einem gesunden Auge, meist bei jungen Menschen, vorerst nicht stört, führt bei älteren Menschen mit Linsentrübung zu einem großen Problem. Sie empfinden das Licht einer Energiesparlampe als zu dunkel. Dies ist verständlich und nachvollziehbar, wenn man die Zusammenhänge kennt. Auch hier profitieren wir nicht von einer Energiesparlampe. Die Industrie scheint sich der Sache nicht bewusst zu sein, oder ignoriert diese Tatsache. Dabei geht es auch anders.

Ein kleiner Lichtblick

Leuchtstofflampen gibt es in verschiedenen Lichtausführungen. Diese werden üblicherweise durch eine Nummer gekennzeichnet, wie zum Beispiel Typ 840. Die erste Ziffer (im Beispiel die “8″) bezeichnet den Farbwiedergabeindex. Dieser ist ein Prozentwert im Vergleich zum Sonnenlicht. Sonnenlicht hätte also 100%. Die Ziffer “8″ bedeutet hier, dass das abgestrahlte Licht der Lampe 80-90% der Farbwiedergabe des Sonnenlichtes erreicht. Dies klingt schon recht gut, ist es aber nicht. Denn die oben genannten Lücken im Lichtspektrum sind hier noch immer deutlich vorhanden. Die zweiten Ziffern (im Beispiel “40″) bezeichnen die Farbtemperatur. Die Farbtemperatur ist ein Temperaturwert in der Einheit Kelvin. “40″ bedeutet, dass das Leuchtmittel eine Farbtemperatur von 4000 Kelvin erzeugt. Dies wäre ein Neutralweißes Licht.

Bei der Farbtemperatur gilt: Je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer (roter) wirkt das Licht. Je höher der Kelvin-Wert, desto kühler (blauer) wirkt das Licht.

In der folgenden Grafik lässt sich die Farbtemperatur grob einer Farbwahrnehmung zuordnen:

Grobe Ansicht der Farbtemperaturen
Grobe Ansicht der Farbtemperaturen

Das Tageslicht liegt, je nach Jahreszeit und Ort, bei klarem Himmel bei etwa 3500-5800 Kelvin, kann aber durch Dunst und Wolken auch höhere Werte erreichen. Das Licht einer Glühlampe liegt bei etwa 2800 Kelvin, das einer Halogenlampe bei etwa 3000 Kelvin. Wir sind in den Abendstunden eher wärmeres Licht mit geringerer Farbtemperatur gewohnt, während in den Nachmittagsstunden eher eine kältere Farbtemperatur erwartet wird.

Doch kommen wir zurück zu der Frage, welches Licht nun besser wäre. Wir wünschen uns also ein Kunstlicht mit einem durchgehenden Spektralverlauf und der passenden Lichtfarbe. Zwar schaffen es die Hersteller hierbei nicht, das Sonnenlicht perfekt nachzubilden, aber man nähert sich der Sache an. Neben den Standardtypen mit den Lichttypen-Bezeichnungen wie 830, 840 und 860, gibt es auch sogenannte Vollspektrumlampen, die ein “besseres” Licht erzeugen. Diese ist zum Beispiel der Type 954, der einen Farbwiedergabeindex von circa 98% erreicht und eine Farbtemperatur von 5400 Kelvin besitzt. Solche Vollspektrum-Tageslichtlampen sind für unseren Körper sehr viel angenehmer und erzeugen weniger Probleme, wenn sie richtig eingesetzt werden.

Vollspektrumlampen bieten einen Vorteil, sind jedoch auch deutlich teurer und sind in vielen Fachgeschäften nur auf Bestellung zu bekommen. Im Internet gibt es jedoch auch zahlreiche Shops, die solche Leuchtmittel anbieten. Doch auch wenn es nun so klingen würde, als wäre die Vollspektrum-Tageslichtlampe die Lösung aller Probleme, muss ich leider die Euphorie etwas bremsen.

Noch ein Problem

Wir sprachen bisher über die Art der Lichterzeugung, über Farbtemperaturen über Umweltschäden und negative Einflüsse auf unsere Gesundheit. Doch leider kommt nun noch ein weiteres Sorgenkind hinzu, nämlich das Thema “Elektrosmog”. Auch wenn viele Leute diesen Begriff als Esoterisches Gehabe oder Unsinn abtun, so ist es hier doch ein wenig anders. Während eine Glühlampe mit der Stromnetzfrequenz von 50 Hz betrieben wird, werden Kompaktleuchtstofflampen (also Energiesparlampen) über eine Vorschaltelektronik im Kunststoffgehäuse, mit einer Hochfrequenz betrieben. Der Hintergrund dieser Hochfrequenz ist, dass die Leuchtstofflampe so weniger sichtbar flimmert und schneller startet. Leider erzeugt diese Hochfrequenz ein deutlich messbares Magnetfeld in der Umgebung der Lampe. Der Gesetzgeber hat für Elektromagnetische Wellen im Hochfrequenzbereich schon lange Grenzwerte definiert, da die schädliche Wirkung auf lebende Organismen bekannt ist. Während die Glühlampen also keinerlei Probleme machten, umgeben wir uns mit den Energiesparlampen mit einem chaotischen und aggressiven elektromagnetischen Feld, das nachweislich auf unseren Körper wirkt.

Die normale Glühlampe ist physikalisch bedingt ein träges System. Das führt dazu, dass die 50 Hz des Stromes die Glühlampe nicht wesentlich zum flimmern bringt. Somit strahlt eine Glühlampe ein sehr gleichmäßiges Licht ab. Eine Leuchtstofflampe hingegen ist ein ultraschnelles System, das dementsprechend stark flimmert (bei unserer Netzfrequenz von 50 Hz würde das Licht zweimal pro Sinus ausgehen, also mit 100 Hz flimmern). Daher wird die Frequenz stark angehoben (üblicherweise 30.000 – 40.000 Hz). DIese hohe Frequenz soll für flimmerfreies Licht sorgen. Doch auch wenn wir diese Frequenzen nicht bewusst wahrnehmen können, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen der letzten Jahre, dass unser Nervensysten dennoch in der Lage ist, auf diese hohen Flimmerfrequenzen zu reagieren. Dies führt zu einer art Stress der Nervenbahnen und des gesamten Wahrnehmungssystems. Es ist noch nicht geklärt, in wie weit sich dies negativ auf uns auswirkt. Man kann aber davon ausgehen, dass es ganz sicher nichts positives bewirkt. Wir haben somit auch hier eine Verschlechterung gegenüber der früheren Glühlampe.

Da war doch auch noch die LED-Technologie!

Die LED-Technologie erfreut sich wachsender Beliebtheit. LED steht für “light-emiting Diode”, also “Lichtabstrahlende Diode”, und ist ein Halbleiterelement, das in der Lage ist, Licht zu erzeugen. Während über Jahrzehnte nur eine geringe Lichtausbeute mit nur einigen wenigen Farben möglich war, hat sich diese Technologie inzwischen stark entwickelt. Heute sind wir in der Lage, nahezu alle Spektralfarben mit LEDs zu erzeugen. Leider ist es sehr schwierig, LEDs herzustellen, die das gesamte Spektrum des Sonnenlichtes erzeugen können. Prinzip-bedingt kann ein Halbleitersubstrat nur eine sehr schmales Lichtband aus dem Spektrum erzeugen. Durch mischen verschiedener Substrate und hinzufügen spezieller weiterer Stoffe ist es jedoch gelungen, ein breites Spektrum zu erzeugen, das inzwischen sehr nah an ein ausgeglichenes Spektrum heran reicht. So gibt es inzwischen LED-Leuchtmittel mit einem Farbwiedergabeindex von über 90 %.

Dies klingt ermutigend, denn immerhin sind LED-Leuchtmittel die derzeit Energiesparendsten Leuchtmittel überhaupt. Sie erreichen eine Energieeffizienz die besser sind, als die von Leuchtstofflampen. Langfristig betrachtet ist die LED-Technologie der Effizienz-Sieger. Doch auch die LED-Leuchtmittel benötigen deutlich mehr Material als eine Glühlampe. Ähnlich wie bei der Energiesparlampe die auf der Kompaktleuchtstofflampe basiert, werden bei der LED-Lampe weitere elektronische Bauteile benötigt. Somit ist auch hier die Belastung der Umwelt höher, als bei einer Glühlampe. Allerdings hat die LED gegenüber der Kompaktleuchtstofflampe Vorteile. Sie enthält insgesamt weniger Material, benötigt bei der Herstellung weniger Energie und vor allem enthält sie kein Quecksilber. Sie ist auch in der Handhabung im Haushalt sehr viel sicherer, da es kein Glas gibt, welches zerbrechen könnte. Leider muss gesagt werden, dass die derzeit üblichen LED-Leuchtmittel in nahezu allen Fällen ebenfalls flimmern und kein konstantes Licht abstrahlen. Die negativen Auswirkungen hatte ich bereits angesprochen. Doch besteht hier die Chance, dass sich dies in Zukunft bessert, da hier zumindest technologisch noch mehr machbar ist. Im Normalfall kann solch eine LED konstantes Licht abgeben. Derzeit wird dies jedoch kaum so realisiert. Bleiben wir daher erstmal guter Dinge.

Die LED-Technologie entwickelt sich derzeit rasant. Leider hat sie einen schlechten Ruf erlangt, da die früheren Modelle der ersten Jahre nur sehr wenig Licht machten und zudem sehr teuer waren. Teuer sind sie noch immer, jedoch fallen die Preise und die Helligkeit steigt weiter. Ein großer Vorteil ist auch die extrem lange Lebenserwartung. Prinzip-bedingt hält eine LED-Lampe im vergleich zur Glühlampe und der Leuchtstoffröhre um ein vielfaches länger (Produktionsfehler ausgenommen). Man spart hier also doppelt: Geringer Stromverbrauch und extrem lange Lebenserwartung. Doch halt, hier muss natürlich daran erinnert werden, dass eine Energieeinsparung auch wieder versteckte Kosten erzeugt, wie ich anfangs bereits ausführlich schilderte. Doch im Vergleich zur Kompaktleuchtstofflampe, ist die LED-Lampe deutlich im Vorteil.

Watt, den ‘nu los?

Früher war es einfach, die richtige Helligkeit zu finden. Die Glühlampen hatten 40, 60, 80 oder 100 Watt und man hatte von der Kindheit an gelernt, wie hell das ungefähr ist. Durch die Einführung von neuen Leuchtmitteln jedoch kann man sich nicht mehr an der Watt-Zahl, also der elektrischen Leistung orientieren. Eine 12 Watt Kompaktleuchtstofflampe, so verspricht der Hersteller, sollte eine 60 Watt Glühlampe ersetzen. Dass dies nicht ganz genau so ist, wissen Sie bereits. Und die ganzen zusätzlichen Angaben auf den Verpackungen wie Lumen, Candela oder Lux, und der Angabe des Abstrahlwinkels, verwirren den hilflosen Käufer zunehmend. Das Problem liegt in der Tatsache, dass Licht und Beleuchtung tatsächlich schwierige Themen sind, die genau betrachtet ein fundiertes Grundwissen verlangen. Doch der Umgang mit der normalen Glühlampe war uns vertraut und es erschien einfach. Hier müssen wir uns erst an die neue Welt der Beleuchtungstechnik gewöhnen, oder aber, wir behalten das Konzept Glühlampe bei, was aber voraussichtlich nicht der Fall sein wird.

Ich werde versuchen, in einem späteren Artikel zu erklären, wie man die ganzen neuen Angaben verstehen kann. Ganz so schlimm ist es nämlich nicht. Doch dies würde den Rahmen dieses ohnehin schon recht langen Artikels sprengen.

Lebenserwartungen

Jedes Leuchtmittel geht irgendwann einmal seinem Ende entgegen. Schalter ein, “Pitsch”, Lampe dunkel. Doch wie verhält es sich im Vergleich zwischen den genannten Leuchtmitteln?

Laut durchschnittlichen Herstellerangaben sieht es folgendermaßen aus:

  • Glühlampe: 1.000 – 2.000 Stunden
  • Halogen: 1.000 – 2.000 Stunden
  • Energiesparlampe: 5.000 – 15.000 Stunden
  • LED-Lampe: 50.000 – 100.000 Stunden

Sieht ja sehr nett aus. Die gute alte Glühlampe, als auch die Halogenlampe scheinen im Vergleich doch eher schlecht dazustehen. Die Energiesparlampe soll also deutlich länger leben und die LED-Lampe scheint ein geborener Dauerläufer zu sein. Die Sache hat allerdings einen Haken (Sie vermuteten es sicherlich bereits).

Glühlampen und Halogenlampen sind anfällig gegen zu häufiges ein- und ausschalten. Dies führt zu höherem Verschleiß. Leuchtstofflampen leiden jedoch unter dem gleichen Problem. Hier kann sich dies sogar noch deutlich schlechter darstellen, denn eine Leuchtstofflampe verschleißt im Regelfall sogar noch schneller. Die Hersteller versuchen dies mit entsprechender Elektronik zu verhindern, doch langfristig wird im eine im Haushalt eingesetzte Leuchtstofflampe sehr häufig an- und abgeschaltet werden. Leuchtstofflampen mögen es, wenn sie dauerhaft über viele Stunden leuchten dürfen. Dies danken sie mit einer langen Lebensdauer. Kompaktleuchtstofflampen im Haushalt als Ersatz für die alte Glühlampe hingegen, leuchte oft nur wenige Minuten am Tag und werden dafür 20, 30 oder noch häufiger ein- und ausgeschaltet. In der Praxis lebt so eine Energiesparlampe auch nur etwa so lange, wie eine Glühlampe, in manchen Fällen sogar kürzer. Es macht also hier eigentlich keinen Sinn, diese überall einzusetzen. Man sollte sie nur dort verwenden, wo sie lange am Stück leuchten kann.

Die LED-Lampe hat hier klare Vorteile gegenüber der Kompaktleuchtstofflampe. Prinzip-bedingt stört sich die LED nur sehr wenig am steten hin und her des Lichtschalters. Sie kann hier also Problemlos eine vielzahl an Schaltzyklen vertragen und wird – wenn alles gut geht – jede andere Licht-Technologie überdauern. Aber auch eine LED lebt nicht ewig. Im Praxisvergleich liegt sie jedoch sehr, sehr deutlich vorne, was ihre Lebenserwartung angeht. Dies reduziert nicht nur den Müllberg, sondern entlastet auch langfristig den Geldbeutel. Leider gibt es auf dem Markt eine Vielzahl Billig-Produkte aus Asien, die kaum auf eine nennenswerte Lebensdauer kommen. Manche sind so schlecht, dass sie bereits nach wenigen Wochen versterben. Dies hat jedoch nichts mit der Technologie zu tun, vielmehr mit der schlechten Qualität. Man sollte generell darauf achten, hochwertige Leuchtmittel zu kaufen, denn nicht immer ist der niedrige Preis ein Schnäppchen. Wenn man Glück hat und setzt eine qualitativ gute LED-Lampe ein, dann kann diese schon mal 10-20 Jahre lang funktionieren. 10 Jahre schaffte man auch schon mal mit einer Glüh- oder Halogenlampe. Die Energiesparlampe schafft das meiner Erfahrung nach kaum.

Noch eine Anmerkung zur LED-Lampe. Mit der Zeit verliert so eine LED-Lampe leider an Leuchtkraft. Auch hier trennt die Qualität wiedermal die Spreu vom Weizen. Die besseren Lampen leiden hier wieder weniger, als die Billigprodukte. Manches Produkt verliert bereits nach wenigen Tagen 20% Helligkeit. Aber auch das sollte einen nicht erschrecken. Wenn die Qualität stimmt, dann werden sie auch nach Jahren noch problemlos ihr Buch lesen können, vorausgesetzt, ihre Augen werden nicht schlechter.

Ein Fazit

Die alte Glühlampe war weit weniger schlecht, als es uns die Werbung und der Gesetzgeber glauben lassen wollen. Die Energiesparlampe auf Basis der Kompaktleuchtstofflampe ist sehr Problematisch in ökologischer und biologischer Sicht. Die LED-Lampe scheint derzeit auf dem Weg zu sein, ein guter Mittelweg zu werden. Insgesamt erzeugt die derzeitige Umstellung hohe Kosten bei der Neuanschaffung. Langfristig betrachtet werden sich diese Kosten jedoch ausgleichen. Dies sehe ich jedoch nur bei der LED-Technologie. Die großen Probleme bei der Kompaktleuchtstofflampe lassen sich nur bedingt eindämmen, indem man sehr bewusst die richtigen Leuchtmittel kauft.

Ganz gleich ob Kompaktleuchtstofflampe oder LED, man muss darauf achten, dass es sich möglichst um Vollspektrumlampen handelt. Es ist auch sehr wichtig darauf zu achten, dass wir eine der Situation angepasste Lichtfarbe wählen. Für die gemütliche Abendbeleuchtung sollte ein Warmweiß im Bereich 3000 Kelvin gewählt werden, während am Tag eher ein Tageslicht-üblicher Bereich um die 5000 Kelvin gewählt werden sollte. Farblich veränderbare LED-Leuchten, wie es sie auch zu kaufen gibt, sollten aber kein Ersatz für eine normale Beleuchtung sein. Zwar kann man dort die Farbe variabel einstellen, jedoch hat dies nichts mit der Farbtemperatur von weißem Licht zu tun. Zudem hätte man hier genau das Gegenteil dessen, was man eigentlich möchte, nämlich sehr schmalbandiges Licht.

Wenn wir der Umwelt etwas gutes tun und die Eisbären vor dem Ertrinken retten wollen, dann müssen wir alle gemeinsam unseren gesunden Menschenverstand nutzen und alle Bedingungen und Abhängigkeiten zuerst genau bewerten. Die von der Politik vorgegebenen Richtlinien sind kein geeignetes Mittel, um in eine “Grüne Zukunft” zu schreiten. Und die Licht-Industrie ist in erster Linie an Profiten interessiert. Dies hat sie schon vor langer Zeit bewiesen, als es absprachen dazu gab, die Lebenserwartung von Glühlampen auf 1000 Stunden zu reduzieren. Prinzipiell könnte man tatsächlich Glühlampen herstellen, die nahezu nie mehr ausfallen.

Wir als Verbraucher sind die einzige Instanz, die die Möglichkeit hat, mit ihrem Kaufverhalten Einfluss darauf zu nehmen, was produziert wird, und was nicht. Wir sollten uns nicht machtlos fühlen gegenüber Normen, Gesetzen und der Industrie. Die richtigen Entscheidungen können wir jedoch nur dann treffen, wenn wir wissen, warum wir uns so entscheiden sollten. Dies ist natürlich unbequem, aber wir haben es selbst in der Hand, ob wir gesund leben wollen, oder und durch schlechte Produkte krank machen lassen wollen. Wir entscheiden selbst, ob wir unseren Kindern eine ruinierte Natur hinterlassen wollen, oder ob wir ihnen mehr bieten wollen, als den grünen Plastikbaum zu Weihnachten. Doch auch hier gilt, dass wir immer nur nach dem handeln können, was wir derzeit wissen. Es wird weiter geforscht, weiter entwickelt und wir können nur hoffen, dass wir uns richtig entscheiden. Zu resignieren, ist sicher der falsche Weg. Deshalb habe ich mich entschieden, ich hoffe, Sie auch.

Empfehlungen

Wer sich näher mit dem Thema “Ungesundes Licht” beschäftigen möchte, dem kann ich den Dokumentarfilm “Bulb Fiction” empfehlen. Ebenso gibt es im Web zahlreiche Seiten, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Hier sollte man die Suchmaschine seines geringsten Misstrauens wählen und sich auf die spannende Suche nach Artikeln und Beiträgen begeben. Auch die Video-Plattformen bieten hier eine gute Möglichkeit, sich medial zu informieren. Doch man sollte nicht immer alles glauben, was geschrieben steht oder gesagt wird. Wer kritisch bleibt, selber denkt und seinen gesunden Menschenverstand einsetzt, fährt auf Dauer besser.

Danke fürs lesen und viel Erfolg :)

Veröffentlicht unter Wissenschaftliches

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